Kuratiert von

Lungomare

Mitwirkende
Der öffentliche Raum, der vorübergehend pausiert

Als Auftakt zur Künstlerresidenz 2020 haben Angelika Burtscher und Daniele Lupo von Lungomare mit den Architektinnen Margherita Manfra und Nasrin Mohiti Asli am 29. Juni 2020 ein Gespräch zur aktuellen Kondition des öffentlichen Raumes während der Corona-Epidemie geführt.

Sie können das Gespräch als Video oder als Audiospur sehen und hören.

Sprache: italienisch


Öffentliche Akte

En plein air.

Der Auftakt der Künstlerresidenz mit orizzontale 2020 in Lungomare kennzeichneten drei öffentliche Akte. Anhand von drei praktischen Übungen wurden die öffentlichen Räume der Stadt Bozen erforscht und neu bewohnt.

Der Schock der Pandemie hat uns temporär gezähmt und uns in einen Status der Pseudo-Gefangenschaft versetzt. Der öffentliche Raum wurde in Pause versetzt und so auch die Möglichkeit ihn zu nutzen, zu bewohnen und ihn als sozialen Begegnungsort wahrzunehmen.

Seit einigen Wochen betreten und begegnen wir uns in den öffentlichen Räumen wieder und koexistieren mit seinen neuen Gesetzen, die Ein- und Ausschlussmechanismen regulieren. Die Gesetze sind dazu da, um physische und räumliche Grenzen zu ziehen und unsere Verhaltensweisen zu kontrollieren. Mithilfe von Absperrbänder werden öffentliche Räume der Nutzung entzogen und Bodenmuster bestimmen unsere Bewegungen und unsere “Schutzzonen”.

Nun ist der Zeitpunkt da, um unsere Gedanken und unser Handeln zu aktivieren, wir möchten die Schwelle überschreiten und uns aus unserer Komfort-Zone hinaus bewegen. Wir möchten das, was uns umgibt, neu bewohnen und das Recht auf den Außenraum wahrnehmen.

Öffentlicher Akt #1

                              

Begrenzter Raum.
Schutz oder Ausschluss?

20.06.2020 / 11.00 – 13.00 Uhr / Cagliaristrasse

Im ersten öffentlichen Akt haben wir Wege gesucht, um unserer Gefangenschaft zu entkommen und geben einer begrenzten Umgebung eine Gestalt. Mit Signalbändern wurde ein Begegnungsraum geschaffen, um über Grenzen als Zonen des Schutzes und des Ausschlusses nachzudenken.

mit Spazio autogestito 77 und Fridays For Future Southtyrol

Öffentlicher Akt #2

                              

Freiraum.
Möglichkeit oder Zurückweisung?

20.06.20 / 16.00 – 18.00 / Alexander Langer Platz (Talferwiese)

Während des zweiten öffentlichen Aktes reflektierten wir über Beziehungen, welche die Stadt Bozen fördert und zulässt. Wir haben mit den Distanzregeln und mit Instrumenten gespielt, um den Raum zu vermessen und (grafische) Linien zu ziehen. Wie können wir miteinander interagieren? In welchen Räumen der Stadt können wir Kind sein?

mit OfficineVispa

Öffentlicher Akt #3

                              

Familiärer oder verwilderter Raum.
Gibt es ein Gleichgewicht?

20.06.20 / 21.00 – 22.30 / Universität Platz

Der letzte Akt stellte (Wunsch)Fragen an die Stadt Bozen und ihre Bewohner*innen und produzierte eine Serie von (Wunsch)Bildern. Die gesammelten Fragmente sind eine Sammlung von Eindrücken, welche die Stadtbewohner*innen mit orizzontale geteilt haben. Was für Bilder gibt es von der Stadt Bozen? Welche Bilder müssen erst entstehen?