ONDA. Ein mehr-als-menschliches Radionetzwerk von Lia Mazzari als Projekt für die zweite SIT-PLU-Residenz bei Lungomare im Rahmen von Riverscapes and their Ecological Interconnections ausgewählt wurde.
Aus über 150 Bewerbungen aus aller Welt ausgewählt, wird ONDA die Flusslandschaften Bozens durch Zuhören, Live-Audioübertragungen und Radioproduktion erkunden. Im Mittelpunkt des Projekts steht ein temporärer Radiokiosk – ein Raum zum Zuhören, Senden und Begegnen. Hier sollen Verbindungen zwischen verschiedenen Orten am Fluss entstehen und Möglichkeiten erprobt werden, sich in Echtzeit auf ihre Klangwelten einzustimmen.
Die Residenz wird auch im Dialog mit Künstler:innen, Forscher:innen und lokalen Gemeinschaften entwickelt und eröffnet neue Möglichkeiten, Flüsse und die Beziehungen zwischen menschlichen und mehr-als-menschlichen Lebenswelten zu erfahren.

Wie wird dieses Radio klingen? Was geschieht, wenn ein Fluss selbst zum Sender wird?

Wir können es kaum erwarten, dies gemeinsam herauszufinden.

Über die Künstlerin

Lia Mazzari (geboren in Meran, Italien) ist eine Künstlerin und Forscherin und lebt und arbeitet in Bristol, Großbritannien. Ihre künstlerische Praxis erkundet das Zuhören als eine Form der Begegnung mit unserer Umwelt – über räumliche Distanzen hinweg und in Echtzeit. In ihrer Arbeit mit Live-Audioübertragungen, Radio, Installation, Film, Performance und Komposition schafft sie Situationen, in denen menschliche und mehr-als-menschliche Umwelten unmittelbar in ihren Veränderungsprozessen erfahrbar werden. In ihren jüngsten Arbeiten nutzt sie Open-Source-Technologien zur Übertragung, um über Flüsse, Gletscher und andere Landschaften im Wandel hinweg Netzwerke aufzubauen, die ein Zuhören in Echtzeit ermöglichen. Dabei untersucht sie, wie Klang unterschiedliche Zeitlichkeiten, ökologische Prozesse und Formen der Verbindung wahrnehmbar machen kann. Zu ihrer Praxis gehören außerdem Klangübertragungen aus der Kryosphäre, aktivistische Radiolabore, experimentelle Cellokonzerte und Performances mit Peitschenknallen. 2022 wurde Lia Mazzari mit einem Oram Award ausgezeichnet. Ihre Arbeiten wurden international in künstlerischen, musikalischen und wissenschaftlichen Kontexten präsentiert. Derzeit promoviert sie am Centre for GeoHumanities der Royal Holloway, University of London, mit einem von AHRC/Techne finanzierten Forschungsstipendium.

 

https://liamazzari.com/