ONDA von Lia Mazzari ist das für die zweite SIT-PLU-Residenz bei Lungomare ausgewählte Projekt. Es startet im Januar 2027 im Rahmen von Riverscapes and their Ecological Interconnections.
 
Aus über 150 Bewerbungen aus aller Welt ausgewählt, erkundet ONDA die Flusslandschaften Bozens durch Zuhören und Audioübertragungen. Dabei wird der Fluss zu einem Radiosender, der mit anderen Kontexten verbunden ist.
 
Im Mittelpunkt des Projekts steht ab Frühjahr 2027 ein temporärer Kiosk, der zu einem Ort der Gastfreundschaft, des Innehaltens und der Entdeckung wird. Er ist ein Ort der Begegnung, an dem man sich in Echtzeit auf die sich wandelnden Flusslandschaften einstimmen kann.
 
Ein fortlaufender Austausch mit lokalen Gemeinschaften, Künstler:innen und Forscher:innen wird diesen Ort während des gesamten Programms mit Leben füllen. Ziel ist es, ein Programm mit Aktivitäten und Radiosendungen zu entwickeln, das unterschiedliche Möglichkeiten erkundet, mit Flüssen, den von ihnen getragenen Ökosystemen und den Beziehungen, die sich daraus entwickeln und überlagern, in Dialog zu treten.

Lia Mazzari (geboren in Meran, Italien) ist eine Künstlerin und Forscherin und lebt und arbeitet in Bristol, Großbritannien. Ihre künstlerische Praxis erkundet das Zuhören als eine Form der Begegnung mit unserer Umwelt – über räumliche Distanzen hinweg und in Echtzeit. In ihrer Arbeit mit Live-Audioübertragungen, Radio, Installation, Film, Performance und Komposition schafft sie Situationen, in denen menschliche und mehr-als-menschliche Umwelten unmittelbar in ihren Veränderungsprozessen erfahrbar werden. In ihren jüngsten Arbeiten nutzt sie Open-Source-Technologien zur Übertragung, um über Flüsse, Gletscher und andere Landschaften im Wandel hinweg Netzwerke aufzubauen, die ein Zuhören in Echtzeit ermöglichen. Dabei untersucht sie, wie Klang unterschiedliche Zeitlichkeiten, ökologische Prozesse und Formen der Verbindung wahrnehmbar machen kann. Zu ihrer Praxis gehören außerdem Klangübertragungen aus der Kryosphäre, aktivistische Radiolabore, experimentelle Cellokonzerte und Performances mit Peitschenknallen. 2022 wurde Lia Mazzari mit einem Oram Award ausgezeichnet. Ihre Arbeiten wurden international in künstlerischen, musikalischen und wissenschaftlichen Kontexten präsentiert. Derzeit promoviert sie am Centre for GeoHumanities der Royal Holloway, University of London, mit einem von AHRC/Techne finanzierten Forschungsstipendium.

 

https://liamazzari.com/