Con te con tutto — Biennale Venedig
öffentliche Programm, Design, Kommunikationsstrategie, Gestaltung des Katalogs
Italienischer Pavillon
Biennale Arte 2026
09.05. – 22.11.2026
Tese delle Vergini, Arsenale, Venedig
Con te con tutto
Kommissar: Angelo Piero Cappello
Kuratorin: Cecilia Canziani
Künstlerin: Chiara Camoni
Vom 9. Mai bis 22. November 2026 bespielt Con te con tutto von Chiara Camoni die Räume des Italienischen Pavillons auf der 61. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia, gefördert von der Generaldirektion für zeitgenössische Kreativität des italienischen Kulturministeriums und von Cecilia Canziani kuratiert. Die Ausstellung versteht sich als Aufruf zum Zusammenkommen – als Einladung, durch Begegnung und Austausch mit anderen Lebensformen eine neue Weise des In-der-Welt-Seins zu entwerfen. Dabei öffnet sie Räume für Staunen, Wahrnehmung, Dialog, Kontemplation und für das Fließen der Zeit, die alles verwandelt.
Für den italienischen Pavillon der Biennale Arte 2026 entwickelt Lungomare einen Beitrag, der Gestaltung, Vermittlung und Inhalt als untrennbare Einheit begreift.
Lungomare ist für das Public Program verantwortlich, das als Begleitung zur Ausstellung konzipiert ist und die Stimme als Ausdruck von Präsenz und Transformation, das gemeinsame Tun als geteilten Prozess sowie die Materie als aktives Subjekt von Beziehungen ins Zentrum rückt.
Darüber hinaus verantwortet Lungomare das Design und die Kommunikationsstrategie und gibt damit der visuellen Identität und der grafischen Gestaltung des Pavillons Form. In diesem Rahmen wurde erstmals auch ein Projekt zur Zugänglichkeit und Barrierefreiheit entwickelt – nicht als ergänzende Maßnahme, sondern als struktureller Bestandteil und Instrument der Vermittlung der Ausstellung.
Schließlich zeichnet Lungomare für die Gestaltung des Katalogs verantwortlich: ein eigenständiges Objekt, in dem Inhalt, Form und Grafik zusammenwirken, um die Erfahrung der Ausstellung über ihre physischen Grenzen hinaus zu verlängern und zu vertiefen.
Während der gesamten Ausstellung wird der Italienische Pavillon von einem Public Program begleitet, kuratiert von Angelika Burtscher und Daniele Lupo (Lungomare). Es lädt dazu ein, die Stimme als Ausdruck von Präsenz zu begreifen – aber auch als Instrument des Widerspruchs und der Transformation – und Teil eines gemeinsamen Prozesses zu werden, in dem Zuhören, Geste und Sprache Verbindungen und Reflexionen hervorbringen. Durch Performances, ko-kreative Prozesse, Momente des Zuhörens sowie den Austausch transdisziplinären Wissens eröffnet das Programm – das sich den kulturellen Realitäten der Stadt Venedig öffnet – direkte Bezüge zu den ausgestellten Arbeiten von Chiara Camoni und erweitert deren Resonanz in Zeit und Raum.
Mit Beiträgen von:
Mirene Arsanios in Zusammenarbeit mit dem Biennio in Arti Visive e Studi Curatoriali und Manuela Pacella (NABA Rom)
Sara Basta in Zusammenarbeit mit der Accademia di Belle Arti di Venezia und der Accademia di Belle Arti di Roma
Adriana Cavarero, Felice Cimatti, Esther Kinsky (Gespräche)
Giorgiomaria Cornelio mit Arcicoro Venezia, Musik von Roberto Paci Dalò
Wissal Houbabi mit Unterstützung von Spazio Punch
Valentina Karga mit Jacopo Miliani sowie der Staatlichen Hochschule für Gestaltung (HfG) Karlsruhe und der Università Iuav di Venezia – Studiengang Multimediale Künste
Annalisa Metta mit Giorgio Andreotta Calò sowie dem NICHE Centre for Environmental Humanities (Università Ca’ Foscari Venezia), Microclima und dem Doktoratsprogramm in Architektur, Stadt, Landschaft – Università Roma Tre
NERO mit Giulia Currà und Cora Baratti (Il Salotto delle Preziose)
Angelika Burtscher, Cecilia Canziani, Ilaria Gianni, Daniele Lupo, Annalisa Metta, Francesco Ventrella (Rundgang im Dialog)
WEEKEND 1
26. und 28. Juni 2026
Das Wilde, das Oneirische und das Katastrophale
Tese delle Vergini, Arsenale; Forte Sant’Andrea; Ocean Space
Am ersten Wochenende erkundet das Public Program den Traum als generativen Raum, in dem ein neues Vokabular für die Vorstellung und Konstruktion der Realität entwickelt werden kann. Die Stimme in Form von Poesie und Gesang nimmt Gestalt an als dialogische und gemeinschaftliche Praxis: Individuelle Stimmen verflechten sich zu einem kollektiven Körper. Neben dieser Perspektive steht eine Reflexion über die Landschaft als eine ambivalente und hybride Entität – kein inerter Hintergrund, sondern eine lebendige Präsenz, die unsere Art und Weise, wie wir das uns Umgebende betrachten, infrage stellt. Das Wilde und das Hybride erweisen sich als produktive Kategorien für das Nachdenken über die Städte und Naturen, die wir bewohnen.
WEEKEND 2
25 and 26 September 2026
Die vielen Formen des Wissens
Tese delle Vergini, Arsenale
Das zweite Wochenende schlägt eine Rückkehr zu Mythos, Ritual, archaischem Wissen und jenseits-menschlicher Intelligenz als alternative Formen des Wissens vor. Eine Polyphonie des Wissens, die sich durch Stimme, Körper und Materie bewegt und Räume des Widerstands gegen univoke und autoritäre Narrative eröffnet. Innerhalb dieses Horizonts wird Wissen als ein Dispositiv verstanden, das in der Lage ist, kontraintuitive Perspektiven zu eröffnen und das Offensichtliche infrage zu stellen – eine Dezentrierung der Vernunft, um die Welt aus multiplen Blickwinkeln zu erkennen.
WEEKEND 3
29, 30 and 31 October
Was die Stimme trägt
Tese delle Vergini, Arsenale
Das dritte und letzte Wochenende des Public Program erkundet die Stimme als körperliche Manifestation und Schöpfung eines gemeinschaftlichen Raums, als Instrument der Erinnerung jenseits linguistischer und kultureller Grenzen. Die Stimme ist niemals neutral oder universal, sondern singulär und relational: Sie offenbart die Einzigartigkeit des Sprechenden und ruft das Zuhören des Anderen auf. Das Programm untersucht, wie historische Vokalpraktiken und Erinnerungen durch die Zeit übertragen werden und zu neuen kollektiven Erzählungen werden – die Stimmen der Vergangenheit stimmen sich mit denen der Gegenwart ab, getragen von jenen, die in der Diaspora leben. Neben dieser Erfahrung steht eine offene Einladung an die Stadt: die Stimmen der Gegenwart in Worte zu übersetzen, um sie von Körper zu Körper in Richtung Zukunft weiterzugeben.
Ein Projekt im Auftrag von der Generaldirektion für zeitgenössische Kreativität des italienischen Kulturministeriums
Für weitere Informationen:
Jahr
2026 – ongoing
In Auftrag gegeben von
Angelo Piero Cappello
Kuratiert von
Cecilia Canziani
Künstler:innen
Chiara Camoni
Kuratorische Assistenz
Giulia Gaibisso
Dialoghi Konzept und Design
Lucia Aspesi, Fiammetta Griccioli
Unter Mitwirkung von
Annamaria Ajmone, Alice Rohrwacher
Public Program
Lungomare (Angelika Burtscher, Daniele Lupo)
Produktionsleitung
Livia Baldini
Kommunikations- und Social-Media-Strategie
Elisa Del Prete, Giulia Gabisso
Pressebüro
PCM Studio by Paola C. Manfredi, Francesca Ceriani, Chiara Piantavigna
Visuelle Identität und grafische Entwicklung
Lungomare (Chiara Bergese, Angelika Burtscher, Chiara Cesaretti, Daniele Lupo, Irene Sgarro, Alessandro Rizza)
Editorial Design
Lungomare (Angelika Burtscher, Chiara Cesaretti)
Design
Luca Parise, Livia Baldini, Rafael Chvaicer
Licht
Helena Caixeta
Produktion und Inszenierung
Il Centro di Sperimentazione
Aufbau und Produktion der Werke
Elisa Anioni, Luca Parise, Paola Aringhe, Anita Galeotti
Fotografie
Camilla Maria Santini
Kommunikation
Estefania Belen Nativo
Assistent:innen
Patricia Carolina Rodriguez, Maurizio Santini, Melissa Giannini, Mariana Kinker, Mila Malavasi, Luna De Oliveira, Giuseppina Catelani
Publikation
NERO Editions
Foto- und Videodokumentation
Camila Maria Santini
Videodokumentation
Monkeys video lab, Alessio Rucchetta, Valerio Sammartini, Simone Nazzareno Valente
Übersetzung
Ben Bazalgette
Produktion
La Biennale di Venezia